22. Januar 2021

Achtung vor diesen Betrugsmaschen auf eBay Kleinanzeigen

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Betrugsmaschen bei eBay und anderen Kleinanzeigen-Portalen. Auf die häufigsten Betrugsmaschen, möchten wir in diesem Artikel näher eingehen. Nur wer die Tricks der Gauner kennt, kann sich auch davor schützen.

Fake-Versandbestätigung

Eine beliebte Masche der Betrüger auf eBay-Kleinanzeigen ist die gefälschte Versandbestätigung. Dabei stellen die Verkäufer hochwertige Artikel besonders günstig zum Verkauf ein, die sich meist  auch nur dadurch verdächtig zeigen. Wenn Sie auf eines dieser Inserate reagieren, erhalten Sie eine E-Mail oder SMS mit der Bitte, künftig über eine bestimmte E-Mail-Adresse zu kommunizieren. Nun versucht Sie  ihr Gegenüber Sie in eine Unterhaltung zu verwickeln und Vertrauen aufzubauen. Der Verkäufer bietet Ihnen an, die Ware auf Kosten seines Arbeitgebers an Sie zu versenden. Die Bezahlung soll per Nachnahme an den Paketzusteller erfolgen. Stimmen Sie zu, erhalten Sie eine täuschend echte Mitteilung der Post. In dieser Nachricht werden Sie zur Zahlung per Paysafecard aufgefordert. Wenn Sie zahlen, ist Ihr Geld unwiderruflich weg. Die versprochene Ware kommt natürlich nie an und der Betrüger ist nicht mehr erreichbar.

Der Abholtrick

Seien Sie besonders wachsam, wenn der Käufer per PayPal bezahlen möchte. So funktioniert der Abholtrick: Der Betrüger überweist Ihnen den vereinbarten Preis auf Ihr PayPal-Konto und möchte, dass „ein Bekannter” die Ware abholt. Wenn die Ware abgeholt wurde, schnappt die Falle zu. Der Betrüger fordert das Geld von PayPal zurück, weil er angibt, die Ware von Ihnen nicht erhalten zu haben. In diesem Fall haben Sie als Verkäufer schlechte Karten, denn Sie können nicht nachweisen, dass Sie den Artikel an den Käufer übergeben haben. Anders wäre es bei einem versicherten Paketversand, denn da hätten Sie einen Zustellungsbeleg als Beweis. Akzeptieren Sie bei Abholung am Besten nur Bargeld oder eine vorab ausgeführte Überweisung!
Lassen Sie sich besser auch nicht auf Teilzahlungen oder zwei verschiedene Bezahlmethoden ein und haben Sie möglichst immer ein Zeuge dabei, dies mindert ebenfalls das Risiko, dass Sie ausgetrickst werden.
Eine ähnliche Erfahrung musste ich neulich machen. Der Betrüger (Thorben Ständer aus Buchholz i. d. Nordheide, laut eigener Aussage ehemaliger Hamburger Polizist) hat meine Situation ausgenutzt und mich in meiner Wohnung beim Verkauf meines Fernsehers betrogen. Für die mir zugefügte psychische Verletzung habe ich mich dazu entschieden, diesen Fall anzuzeigen und öffentlich zu machen. Mehr über diesen Betrugsfall mit allen Beweisen erscheint hier in Kürze in einem separaten Artikel.

Der Dreiecksbetrug

Auf dem ersten Blick wirkt der Dreiecksbetrug kompliziert. Der Betrüger spielt zwei Nutzer gegeneinander aus. Dabei spielt er bewusst auf Zeit, nutzt diese um Spuren zu verwischen und sorgt so für Verwirrung zwischen den Nutzern. Meist vergehen mehrere Tage, bis die Opfer von dem Betrug erfahren oder Verdacht schöpfen. 

So läuft der Betrug meistens ab: Sie stellen beispielsweise eine PlayStation zum Verkauf ein. Der Betrüger entdeckt Ihr Inserat und stellt daraufhin ebenfalls eine PlayStation zum gleichen Preis ein. Danach gibt er sich bei Ihnen als Interessent aus, bietet Ihnen eine PayPal-Überweisung oder Banküberweisung an. Wenn Sie von dem Betrug nichts wissen, geben Sie dem Betrüger Ihre Kontodaten.
Jetzt wartet der Betrüger ebenfalls auf einen Interessent, der sich auf sein Inserat  meldet und die PlayStation kaufen möchte. Die Falle schnappt zu. Der Käufer bekommt von dem Betrüger Ihre Zahlungsdaten und bezahlt die PlayStation. Da das Geld auf Ihrem Konto eintrifft, denken Sie wohl als Erstes nicht an Betrug und senden die PlayStation an den Betrüger. Der Betrüger erhält Ihre PlayStation, für das jemand anders bezahlt hat. Der eigentliche Käufer wartet vergeblich auf die Konsole. Spätestens jetzt werden sowohl Verkäufer und Käufer misstrauisch. Natürlich ist der Betrüger schon lange über alle Berge. In der Regel steckt hinter der Lieferadresse des Betrügers eine leerstehende Wohnung mit gefälschtem Briefkastenschild.

Geisterkonto

Die Betrüger locken mit teils unglaublich günstigen Preisen, meist von beliebten Geräten wie z. B. Konsolen oder Notebooks. Auf die Anfragen der Opfer reagieren die Betrüger in der Regel blitzschnell. Die Bezahlung mit PayPal ist bei diesen Verkäufern nicht möglich, denn der Verkauf muss per Banküberweisung abgewickelt werden. Die Betrüger besitzen deutsche Bankkonto, um Seriosität zu vermitteln und die Opfer in Sicherheit zu wägen. Allerdings sind die Bankkonten mit gestohlenen Identitäten erstellt worden. Nach der Überweisung bricht der Kontakt ab und das ergaunerte Geld ist weg.
In der Regel holen sich die Betrüger die Daten aus dem Darknet. Damit eröffnen sie Bankkonten, nicht selten sogar mit Hilfe von Komplizen in Postfilialen. Das „Post-Ident-Verfahren“ dabei rechtswidrig aus. Eigentlich prüfen Mitarbeiter der Postfilialen, ob die Daten der Person des Kontoinhabers mit den Daten auf dem Ausweis übereinstimmen. Ist das der Fall, steht dem Konto mit der geklauten Identität nichts entgegen. Beliebig oft funktioniert das natürlich, wenn der Post-Mitarbeiter in den Betrug eingeweiht ist. Ein 29-Jähriger eröffnete so über 100 Konten bei unterschiedlichen Banken und ergaunerte anschließend über 1 Million Euro.

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